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Pashmina Schals – vom Ziegenhaar zu Luxusaccessoires

Pashmina Schals – vom Ziegenhaar zu Luxusaccessoires

Wir befinden uns in Nepal, genauer gesagt in Thamel etwas außerhalb von Kathmandu, wo wir bei CASHMERE CULTURE auf Firmenbesuch sind. Dort werden die Original Pashmina Schals hergestellt, die wir neben anderen Accessoires bei PashminaWear verkaufen.

Eine kurze Geschichte über Pashminawolle

Pashmina – oder Kaschmir – ist eine bemerkenswert praktische Verwendung eines tierischen Nebenproduktes, das ansonsten weggeworfen werden würde. Jedes Jahr, wenn die Ziegen im Himalaya, die hier in Nepal changra genannt werden, ihr Fell verlieren und ihre feine Unterwolle abwerfen, beginnt das Einsammeln dieser kostbaren Wolle. Die Ziegen, deren Unterwolle sie den ganzen Winter lang warmhält, leben in unwegsamem Terrain, wo sich Bauern niedergelassen haben, um die Tiere zu züchten. Im Frühjahr, wenn der Fellwechsel beginnt, werden die Ziegen mit der Hand gebürstet, damit das kostbare Haar nicht verlorengeht.

Das Einsammeln der Wolle ist der erste Schritt zur Erzeugung der hübschen Paschmina Schals und Kopftücher. Es ist ein langsamer, aber nachhaltiger Prozess, der sicherstellt, dass dieses alte Handwerk nicht verlorengeht und somit auch vielen Einheimischen in diesem armen Land ihre Arbeitsplätze sichert.

Das Haar oder der Pelz ist der Ausgangspunkt, an dem alles beginnt. Die Kaschmirfasern, die bei CASHMERE CULTURE verarbeitet werden, haben einen durchschnittlichen Durchmesser von nur 15 bis 16 Mikrometern. Nachdem die Wolle gekämmt, sortiert und gewaschen worden ist, wird sie zu Kaschmirgarn versponnen. Eine wichtige Eigenschaft des Garns ist die Anzahl der Drehungen pro Meter. Die englische Bezeichnung lautet Twists pro Zoll und ist ein Maß dafür, wie stark das Garn verdreht ist. Die Drehungen halten die dünnen Kaschmirfasern zusammen. Je mehr Drall pro Meter, desto stärker und langlebiger wird das Garn. Eine niedrigere Anzahl an Drehungen liefert hingegen ein weicheres und delikateres Resultat.

Die Angestellten von CASHMERE CULTURE nutzen ihre langjährige Erfahrung, um die richtige Balance zu finden, sodass man ein sowohl langlebiges als auch schönes und weiches Garn erhält, mit dem Schals gewebt werden können, die sowohl hübsch sind als auch viele Jahre lang halten. Wenn das Garn richtig verdreht ist, kann vermieden werden, dass es beim Endprodukt zu Pilling oder Fusselbildung kommt, wie es oft bei Kaschmir von schlechter Qualität zu beobachten ist. Hier verwenden wir Garn mit 200 Drehungen pro Meter, was etwa 5 TPI entspricht. Das ist ein faszinierendes Maß an Detail. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Stolzes Handwerk und Maschinen aus einer vergangenen Zeit

Bei unserem Besuch bei CASHMERE CULTURE sehen wir als Erstes Reihen von noch ungefärbten Pashmina Schals, die lustig in der leichten Brise flattern. Soeben haben wir durch das Eingangstor die neue Fabrik betreten, die erbaut wurde, nachdem das starke Erdbeben 2015 das alte Gebäude beschädigt hatte.

Das Innere ist schön hell und rein und alles wirkt gut organisiert. In der Mitte befindet sich eine große offene Fläche voller spezieller Geräte aus einer vergangenen Zeit. Es handelt sich um Maschinen, die mit Händen und Füßen bedient werden, die das unglaublich dünne Kaschmirgarn spinnen und weben, das in einem komplizierten und zeitintensiven Prozess in die begehrten Schals verwandelt wird.

Der erste Raum, den wir betreten, ist ein Zimmer, in dem drei Frauen sitzen und Garn von den großen Garnspulen auf die kleinen Spulen wickeln, die am Webstuhl verwendet werden. Sie benutzen ein einfaches Gerät dafür: ein Fahrrad und eine an einem Stahlrahmen befestigte Kette. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Die leeren Spulen liegen rund um ihre Füße am Boden verstreut, und vor ihnen steht eine Wanne, die mit den fertig gewickelten Spulen gefüllt wird. Das ist simpel, aber es funktioniert.

Im großen Raum steht eine größere Maschine mit einem Rad, das Garn auf die großen Spulen wickelt. Ein Dutzend auf einmal. Die großen Spulen werden für die Kettenfäden des Webstuhls verwendet, also jene Fäden, die in Längsrichtung des Webstuhls verlaufen, wohingegen die kleinen Spulen für die Schussfäden verwendet werden, die quer zum Webstuhl verlaufen.

Der Webstuhl wird mit Händen und Füßen bedient. Das war schon immer so. Fast alles hier in der Fabrik läuft ohne Strom, außer die Beleuchtung und die Bügeleisen. Die Ablehnung von Elektrizität ist teilweise dem Umstand geschuldet, dass diese Handwerker eine große Sorgfalt an den Tag legen. Das Feingefühl für den Prozess wird durch den Gebrauch von Maschinen verringert. Andererseits kommt es häufig zu Ausfällen im Stromnetz von Nepal, wo es nicht ungewöhnlich ist, dass man am Tag 12 bis 14 Stunden ohne Strom ist.

Kumar Shrestha ist seit etwa zehn Jahren Weber. Wenn man Kumar beobachtet, kann man ihm seine Erfahrung direkt ansehen. Ein in Karton gestanzter Lochstreifen bestimmt das Muster, das gewebt werden soll. Ob Streifen oder Quadrate, alles beginnt bei Kumar. Der Webstuhl macht einigen Lärm, aber mit einem Rhythmus - fast wie ein Musik spielendes Instrument mit seinem kontinuierlichen Klicken und Klacken.

Kumar stellt einige Räder auf der Seite des Webstuhls ein, während er ein hübsches Fischgrätmuster webt und die Spule mit dem Schussfaden in hurtigem Tempo quer über den Webstuhl gleitet. Von rechts nach links und wieder zurück. Es ist faszinierend zu beobachten, und ich freue mich darüber, dass es auch in der heutigen Zeit mit vollautomatischen Maschinen und Robotern immer noch Platz für dieses alte Handwerk gibt. Es ist enorm zeitaufwändig, aber wenn man das Resultat in den Händen hält, war es den Aufwand wert.

Ein Auge für Details

Nachdem die fertig gewebte Textilie vom Webstuhl entfernt wurde, wird sie in ein anderes Zimmer gebracht, in dem eine Gruppe von Frauen den gewebten Pashminastoff inspiziert. Der Stoff wird auf einem speziellen Rahmen ausgebreitet, wo er unter dem Licht auf etwaige Fehler kontrolliert werden kann. Jeder einzelne Zentimeter wird auf Fehler überprüft, die manuell mit Nadel und Faden ausgebessert werden. Diese Arbeit ist mühsam, aber essentiell, um die Qualität des Endproduktes sicherzustellen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schals noch nicht ausgeschnitten, aber man kann die Markierungen sehen, wo sie geschnitten werden sollen. Die Schals werden nie „perfekt“, wird mir erklärt, aber sie kommen so nah an Perfektion heran, wie es menschenmöglich ist. Nach dem Färben der Schals werden sie ein weiteres Mal kontrolliert.

Nachdem das gewebte Textil untersucht wurde und die Fehler ausgebessert wurden, wird es in individuelle Pashmina Schals geschnitten, die anschließend gewaschen und gefärbt werden. Es ist ein überraschender Anblick, sie in den großen Gefäßen kochen zu sehen, als ob es ein magischer Zaubertrank aus einem Märchen wäre. Die jungen Frauen rühren in den Gefäßen mit den Schals, und sofern diese keine Naturfarbe besitzen, wird in diesem Schritt die gewünschte Farbe zugesetzt. Es ist überraschend, dass etwas so Filgranes und Zartes so stark gekocht wird, aber so wird es gemacht. Eine andere Frau rollt vorsichtig einen hübschen blauen Schal aus der Wanne heraus und überführt ihn in einen Zylinder. Sie erklärt mir, dass dies gemacht wird, um die hübschen Farbübergänge zu erzeugen, die man auf manchen Schals sehen kann. Ich bin sprachlos – sowohl über das handwerkliche Talent, von dem ich Zeuge bin, als auch vor der Tatsache, dass man mit solchen recht einfachen Techiken so einzigartige und hübsche Dinge herstellen kann.
Nach dem Färben der Schals werden diese an einer Wäscheleine im Sonnenschein getrocknet, wonach sie behutsam gebügelt werden. Ein Schal von CASHMERE CULTURE wiegt im Durchschnitt nur 65 g.

Zum Schluss gehen wir zur letzten Station der Fabrik, wo Saraswoti Rai Etiketten auf die fertigen Pashmina Schals näht, während Rama Ghimire vorsichtig jeden Schal einzeln verpackt. Die beiden Frauen sind das letzte Glied eines Prozesses, der mit Ziegen begann, die auf den entlegenen Berghängen grasen, die wir am fernen Horizont sehen können. Unser Besuch bei CASHMERE CULTURE nähert sich dem Ende, und ich fühle mich privilegiert, einen Einblick in diesen fantastischen Prozess bekommen zu haben. Jeder Pashmina Schal, der diese Fabrik verlässt, ist durch die Hände von 51 Personen gegangen, und wir sind immer noch erstaunt, wie viel Arbeit dahinter steckt, sie zu produzieren. Nach meinem Besuch weiß ich die Qualität, Schönheit und nicht zuletzt Haltbarkeit der Schals noch mehr zu schätzen.

Wir verlassen CASHMERE CULTURE und treten um ein Erlebnis reicher die Heimreise an. Nepal ist ein armes Land, aber wir wurden nur von herzlichen und gastfreundlichen Menschen empfangen. Wir freuen uns darauf, dieses Land im kommenden Jahr wieder zu besuchen. Wir sind froh, für die Wirtschaft des Landes einen kleinen Beitrag leisten zu können, indem wir die feinen Schals importieren, und stolz darauf, unseren KundInnen in Dänemark ein einzigartiges Produkt anbieten zu können, das von Anfang bis Ende des Fertigungsprozesses handgemacht ist.

Sollten Sie Lust haben, einen Pashmina Schal zu kaufen, finden Sie unsere Auswahl hier.

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