Nachhaltige Mode – es ist alles das, was Sie nicht kaufen

Nachhaltige Kleidung ist der Trend der Zeit. Nachhaltige Mode, oder sustainable fashion, ist zu einem Etikett geworden, das in den Marketingabteilungen kleiner und großer Modehäuser eifrig verwendet wird. In den allermeisten Fällen ist es Blendwerk, das die Aufmerksamkeit der Verbraucher vom enormen Ressourcenverbrauch der Bekleidungs- und Textilindustrie ablenken soll.

Die Verbraucher von heute haben sich an fast fashion gewöhnt, bei der die Kleidung nach kurzer Zeit aus der Mode kommt und dann weggeworfen wird. Als Folge werden jedes Jahr Millionen Tonnen Kleidung verbrannt, was zum globalen CO2-Ausstoß beiträgt.

Die Modebranche hat sich mit der Zeit zu einer Umweltkatastrophe entwickelt. Mit vier Kollektionen jährlich sind schneller Umsatz und nahezu ununterbrochener Ausverkauf erforderlich. Die Fähigkeit der Branche, die Wünsche der Verbraucher zu kultivieren und in Bedürfnisse zu verwandeln, ist ohnegleichen. Der Verbraucher ist daran gewöhnt worden, seine Kleidung durch neue zu ersetzen, obwohl sie nicht abgetragen ist und kaum getragen wurde. Die Folge ist, dass die Bekleidungs- und Textilbranche heute der größte Umweltsünder nach der Ölbranche ist.

Abfall aus der Textilproduktion ist nichts Neues, aber das Problem ist mit sinkenden Produktionskosten und steigendem Verbrauch gewachsen. Die Umweltbelastung durch die Bekleidungsproduktion wird in Zukunft nur wachsen, wenn der Verbraucher sein Verhalten nicht ändert.

Jahr für Jahr bricht die Modebranche ihren eigenen Rekord bei der Produktion von Abfall. Es wird geschätzt, dass die Gesamtmenge des Abfalls aus der Textilproduktion bei 92 Millionen Tonnen liegt. Wenn große Modehäuser überschüssige Lagerbestände früherer Kollektionen lieber verbrennen, als sie zum Spotpreis zu verkaufen oder zur Wiederverwendung zu spenden, zeugt das von einer Kultur, die aus dem Ruder gelaufen ist.

Ethische Bekleidungsherstellung

In den letzten Jahrzehnten lag viel Fokus auf ethischer Bekleidungsherstellung, wobei die Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern im Mittelpunkt standen, in denen ein großer Teil der Textilien der Welt produziert wird. Das hat glücklicherweise zu besseren Arbeitsbedingungen für die Bauern geführt, die Rohmaterialien für die Textilindustrie produzieren, sowie für die Fabrikarbeiter, die die Kleidung herstellen. Es ist natürlich eine gute Nachricht, dass die Arbeiter einen faires Lohn erhalten, und viele Marken und Modehäuser haben die Gelegenheit nicht verpasst, ihre Kleidung als nachhaltig oder fair trade zu kennzeichnen, weil sie den untersten Gliedern der Wertschöpfungskette faire Bedingungen geben.

Aber bessere Arbeitsbedingungen allein genügen nicht, und die Fortschritte auf diesem Gebiet werden vom massiven Überkonsum überschattet, dessen Zeuge wir sind. Es wirkt unfreiwillig komisch, wenn eine Marke versucht, ihren Versuch, die Welt zu retten, mit einem T-Shirt oder einer Stofftasche zu bewerben. Man versucht, die Welt mit noch mehr Konsum zu retten. Das kann natürlich nicht gelingen.

Die Umweltwirkung der Mode- und Textilindustrie

  • Die Mode- und Textilindustrie ist eine der umweltschädlichsten der Welt. 2015 wurden 1,7 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, während der Gesamtwasserverbrauch bei ganzen 79 Milliarden Kubikmetern lag.
  • Baumwolle ist besonders anspruchsvoll. Der Anbau von Baumwolle erfordert große Mengen Wasser. Für den Anbau von 1 kg Baumwolle werden je nach Anbauort bis zu 20.000 Liter Wasser benötigt. Es wird geschätzt, dass Baumwolle etwa 3 % der landwirtschaftlichen Fläche der Welt einnimmt und 16 % der gesamten Menge an Pestiziden verbraucht.
  • Die Menge des in der Textilherstellung erzeugten Abfalls beträgt 92 Millionen Tonnen. Etwa 15 % der Textilherstellung endet als Abfall, bevor sie den Verbraucher erreicht.
  • Wenn die Weltbevölkerung wie erwartet bis 2030 auf 8,5 Milliarden Menschen steigt, wird der Kleidungsverbrauch um 63 % auf 102 Millionen Tonnen steigen, was 500 Milliarden T-Shirts entspricht.
  • Der durchschnittliche Verbraucher kauft heute 60 % mehr Kleidung und trägt sie halb so lange wie vor 15 Jahren.
  • Die EU und die USA sind die größten Kleidungsimporteure der Welt und stehen für 37,4 % bzw. 19,5 % der weltweiten Kleidungsimporte [1].

Die Modeindustrie steht an einem Scheideweg. Das Geschäftsmodell wird von der kurzen Lebensdauer der Mode und der Fähigkeit getragen, ständig neue und spannende Produkte zu liefern, doch gleichzeitig kann sie die Nachfrage der Verbraucher nach einer umweltfreundlicheren Produktion nicht länger ignorieren. Die ethischen Modemarken werden in den sozialen Medien große Durchschlagskraft haben und werden den Verbraucher vielleicht mit der Zeit davon abbringen können, seine Garderobe mehrmals im Jahr erneuern zu müssen.

Was kann man als Verbraucher tun?

Es ist nur natürlich, dass man seine Garderobe erneuern möchte. Zunächst gilt es, sich davon abzubringen, ständig neue Kleidung kaufen zu müssen. Kaufen Sie Kleidung in guter Qualität, die Sie einige Jahre tragen wollen. Kaufen Sie also weniger Kleidung in besserer Qualität. Kleidung, die viele Jahre getragen werden kann oder eventuell über den Second-Hand-Laden ein neues Leben erhält.

Vermeiden Sie chemisch hergestellte Textilien wie Polyester, da es nicht nur schwer abbaubar ist, sondern beim Waschen auch zur steigenden Menge an Mikroplastik in der Natur beiträgt. Ja, Polyester ist im Grunde ein Kunststoffprodukt, das schwer zu recyceln ist und beim Wegwerfen meist in der Verbrennung endet.

Bei PashminaWear verschweigen wir nicht, dass Bekleidungsproduktion nicht nachhaltig ist. Wir konzentrieren uns darauf, Qualitätskleidung und Accessoires aus erstklassigen Materialien wie Kaschmir, Wolle und Seide herzustellen. Unsere Kaschmir-Tücher und -Schals werden in Nepal gefertigt, einem der ärmsten Länder der Welt. So tragen wir dazu bei, dauerhafte Arbeitsplätze in einem Land mit wenig Industrie zu sichern, und stellen sicher, dass alle Glieder der Produktion einen faires Lohn und faire Arbeitsbedingungen erhalten.

Quelle

[1] Global Fashion Agenda and The Boston Consulting Group, Inc. (2018), Pulse of the Fashion Industry